Interview mit Angela Gaede

 

 Angela Gaede


Radioplanet: Vielleicht erzählst du unseren Hörern als erstes ein wenig über dich. Wir wollen doch wissen, mit wem wir es hier zu tun haben. Woher kommst du, wie alt bist und vor allem was machst du so außer dem Schreiben? Was sind deine Hobbies und Leidenschaften. Welche Musik hörst du und welche Filme magst du besonders?

Ich bin Autorin, Schriftstellerin, Bloggerin oder einfach gesagt, Geschichtenerzählerin. Ursprünglich komme ich aus dem Ruhrpott, wohne allerdings seit fast zwei Jahren in Hessen und ich muss sagen, die Umgebung ist schriftstellerisch sehr inspirierend. Ich denke, ich bin ziemlich langweilig, wenn es um Hobbys geht. Ich lese, liebe Puzzle, male, stricke und gehe gern spazieren. Bücher sind meine Leidenschaft. Wie beim Lesen und einigen anderen Dingen ist mein Geschmack bei Musik und Büchern sehr weitgefächert. Trotzdem sollte ich wohl ein paar Beispiele nennen. Ich stehe total auf Sting and the Police. Finde die Ärzte klasse und kann mich in den Liedern von Razorlight verlieren. Bei Filmen und Serien habe ich einen kleinen Hang zum Britischen. Sherlock, Doctor Who, Stolz und Vorurteil … Wenn BBC draufsteht, ist das für mich ein Grund es anzuschauen.
 

Radioplanet: Prima! Dann wissen wir ja schon einiges über dich. Aber eben noch nicht alles! Wann und vor allem Warum hast du mit dem Schreiben angefangen?


Klassische Antwort, ich schreibe seit meiner Jugend. Damals war das Schreiben für mich eine Möglichkeit mit meinen Gefühlen und Gedanken umzugehen. In der Zeit entstanden auch viele Gedichte. Davor war ich allerdings schon eine Geschichtenerzählerin. Ich habe mir Spiele ausgedacht und meinen Nichten Geschichten erzählt.

 


Radioplanet: Hast du Vorbilder oder Lieblingsautoren?

Ich habe einige Lieblingsautoren. J.K. Rowling und nicht nur wegen Harry Potter. Agatha Christie, Ann Granger, Sir Arthur Conan Doyle, Louise Penny sind meine Krimihelden. Ich liebe die Werke von Goethe, den Schreibstil von Sarah Waters, Jane Austens Beobachtungsgabe und Charlotte Brontës Ehrlichkeit.
 

Radioplanet: Was motiviert dich, dass du bis heute immer noch beim Schreiben geblieben bist?
 
Mit der Motivation ist das so eine Sache. Wenn die Verkaufszahlen nicht stimmen oder mich eine ich-zweifel-Krise im Würgegriff hat, dann macht sich die Motivation dünne. Ich schreibe, weil ich schreiben muss. Plötzlich sind die Geschichten da und dann muss ich sie erzählen. Ich liebe das Schreiben, aber eine Liebe ist nicht immer nur heiterer Sonnenschein. Manchmal streitet man sich auch.
 

Radioplanet: Gibt es Personen in deinem Umkreis die dich unterstützen?

Meine bessere Hälfte und meine beste Freundin haben mich von Anfang an mit Kaffee und Kritik unterstützt. Mit der Zeit sind auch ein paar liebe Autorenkollegen dazugekommen, mit denen ich mich austausche, was wirklich schön ist.

 

Radioplanet:  Gibt es Personen in deinem Umkreis, die dich eher wegen der Schreiberei belächeln?

Ich würde sagen, dass mich die meisten, gerade in meiner Familie, belächeln oder belächelt haben. Belächelt ist der falsche Ausdruck. Sie hielten oder halten mich für verrückt.


Radioplanet: Hattest du schon Momente in deinem Leben in denen du die Schreiberei aufgeben, also am liebsten alles hinschmeißen wolltest.

Sagen wir es gibt immer wieder Zeiten, in denen ich Zweifel. Die meisten, die ein eigenes Geschäft haben oder als Freiberufler tätig sind, kennen das sicherlich.
 

Radioplanet:  Hast bestimmte Rituale die du zum Schreiben anwendest?

Nicht wirklich. Wobei es eine Sache gibt, die zu der Frage passen könnte. Wenn der Schreibfluss nicht so richtig will, ich an einer Stelle hängen bleibe, dann mache ich den Computer aus und greife zu Stift und Papier. Handschriftlich fließt es oft besser.


Radioplanet: Hast du bestimmte Tageszeiten an denen du besonders kreativ bist?
 

Vormittags und in der Nacht.

 


Radioplanet: Was inspiriert dich zum Schreiben? Musik, Filme oder etwa Begegnungen?


Das kann alles sein. Die Idee zu meiner Emma und Agathe Reihe kam durch graues Wetter und meinen Drachenring auf. Es können aber auch Sätze oder Gedankenspiele sein, die mich zu einer Geschichte führen.
 


Radioplanet: In welchen Bereichen/Genres sind deine Bücher angesiedelt?

Die Emma und Agathe Reihe ist Urban Fantasy im Bereich Jugendbuch. Die Sug und Morgan Reihe ist eine Mischung aus Fantasy, Grusel und Krimi. Frühlingserinnerungen ist ein Liebesroman, aber kein Mainstream. Nicht zu vergessen die Abteilung Sachbücher.
Ich kann da nichts machen, die Geschichten wollen erzählt werden, unabhängig vom Genre.

 

Radioplanet: An welchem Buch schreibst du aktuell?

Ich bin gerade mit der Veröffentlichung des zweiten Teils meiner Sug und Morgan Reihe beschäftigt, deswegen pausiert das Schreiben. Ich schreibe meistens an mehreren Büchern gleichzeitig. Beim Schreiben ist es wie beim Lesen, ich bin von meiner Stimmung abhängig.

 


Radioplanet: Welches deiner Bücher liegt dir persönlich am meisten am Herzen und warum ist das so?

Da kann ich keins benennen, weil ich sie alle mit etwas Bestimmten verbinde. Ich liebe sie alle gleichermaßen.


Radioplanet: Welches deiner Bücher würdest du unseren Hörern unbedingt empfehlen und warum?

Auch die Frage ist etwas schwierig zu beantworten, da ich unterschiedliche Genres bediene. Was ich allerdings über meine Bücher sagen kann; sie sind mal etwas Anderes. Lust auf ein Fantasy-Jugendbuch, dass nicht hauptsächlich von einer Liebesgeschichte handelt? Dann empfehle ich Emma und der Fluch der Haguzza.
Spaß an Spannung, Geheimnissen, starken Frauen und extra Gimmicks? Die Hexe von Hitchwick, Sug und Morgans erster Fall ist genau das richtige Buch.
Sehnsucht nach einer Liebesgeschichte mit Tiefgang? Schaut euch Frühlingserinnerungen an.
 

Radioplanet: Gibt es in deinen Büchern versteckte Botschaften, die du an deine Leser vermitteln möchtest?

Wenn man die Bücher rückwärts liest, hört man Beschwörungsformeln. Nur ein Scherz. Sollte das allerdings doch der Fall sein, dann unabsichtlich. Natürlich hat jede Geschichte auch eine Aussage, aber die habe ich nicht versteckt. Ich denke, als Autor hat man auch nur einen gewissen Einfluss auf das, was der Leser für sich aus den Geschichten herausliest. Was es allerdings in meinen Büchern gibt, sind Gimmicks. So existiert die Website, die in die Hexe von Hitchwick vorkommen wirklich.

Auf meiner Autorenwebsite findet man Erklärungen zur mystischen Welt von Emma. Emma, Zaunreiterin könnte man theoretisch als Stadtführer durch das historische Dortmund nutzen.
 

Radioplanet: Wie entwickelst du deine Protagonisten im Buch? Ist alles ausgedacht oder lässt du Personen aus deinem wahren Leben mit einfließen.

Ähnlichkeiten zu lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig. Das vorab, damit niemand auf komische Ideen kommt. Die Charaktere sind eigenständige Persönlichkeit, allerdings nehme ich manche Begebenheiten zum Vorbild. Wenn sich z.B. zwei Charaktere streiten, dann nutze ich meine Erfahrungen und Erinnerungen für die Szene. Wie war die Atmosphäre? Mimik und Gestik. Gefühle, Wechsel von Gefühlen.


Radioplanet: In der Radioplanet Redaktion hat man die Kurzgeschichte von dir, `der Weihnachtsfloh` echt ins Herz geschlossen. Ist der Hund mit dem Namen Fritz real?
 
Irgendwo gibt es Fritz bestimmt, allerdings nicht in meinem Umfeld. Bei uns gibt es einen roten Tiger. Stubentiger. 
 

Radioplanet: Welche deiner bisherigen erfundenen Charaktere hast du am meisten ins Herz geschlossen und warum?

Ich liebe sie alle, auch die, die mich an den Rand des Wahnsinns treiben. Besonders am Herzen liegt mir allerdings Emma. Das klingt jetzt merkwürdig, aber die anderen können gut auf sich selbst aufpassen. Emma ist noch jung und in einer Phase, in der sie sich schnell entwickelt, deswegen möchte ich sie beschützen, in den Arm nehmen, wenn sie weint. Doch geht es nicht nur um Emma, es geht um die Geschichte und so muss ich sie auch mal vor einen Baum laufen oder von einem Höllenhund anfallen lassen.
 

Radioplanet: Unsere Künstler dürfen unsere Sendungen um aus ihren Büchern vorzulesen. Hättest du Lust in einer unseren Sendungen eines deiner Bücher vorzulesen und wenn ja, auf welches dürfen wir uns da jetzt schon freuen?

Natürlich hätte ich Lust dazu, es wäre mir ein Vergnügen. Ich kann ein Buch bestimmen oder wir könnten (wenn das möglich ist) abstimmen lassen. Jugend-Fantasy, Fantasy oder Liebesroman?


Radioplanet: Gibt es Lesungen oder Veranstaltungen wo man dich treffen kann?

20.) Ich bin ein bisschen abergläubisch, was das angeht, deswegen schweige ich lieber über ungelegte Eier. Aber auf meiner Website oder meinem Blog gebe ich solche Dinge natürlich bekannt. Also einfach mal reinschauen
 

Radioplanet: Wie sieht deine Planung für das Jahr 2016 aus?

Im März erscheint 1800, Sug und Morgans zweiter Fall. Im Sommer (Spätsommer) ein kleines, aber feines Sachbuch. Alle anderen Projekte sind offen. Für den Herbst und den Winter sind zwei Bücher in Planung, aber da kann ich noch nicht sagen, welche es werden
 

Radioplanet: Wenn du drei Wünsche frei hättest, welche wären das?

Da kommt wieder die Sache mit dem Aberglauben, wenn man sich etwas wünscht, darf man es nicht laut aussprechen, sonst gehen die Wünsche nicht in Erfüllung.
 

Radioplanet: Das letzte Wort hat bei uns immer der Künstler. Was möchtest du zum Abschluss an unsere Hörer und hoffentlich deine zukünftigen Leser richten?

Ich bedanke mich, dass ich zu diesem Interview eingeladen wurde und natürlich bedanke ich mich auch bei allen Zuhörern fürs Zuhören. Ich wünsche Euch einen richtig guten Tag, mit richtig guten Büchern und einem Stück Schokoladentorte.
 


Aus welchem Buch soll Angela Gaede bei uns auf Radioplanet vorlesen?






 

http://www.angelagaede.de/